SAMAEL – Above

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Mit „Above“ haben SAMAEL vieles richtig gemacht. Der einzig grobe Fehler der Schweizer war die Ankündigung, dass dieses Album das passende Bindeglied zwischen „Ceremony Of Opposites“ und „Passage“ wäre, was sich als völlig haltloser Schwachsinn entpuppt. Ja, „Above“ ist hart, schnell und grimmig, aber ganz sicher keine Reise in die Vergangenheit.

Die letzten beiden, wenig spannenden Alben „Reign Of Light“ und „Solar Soul“ erweckten den Eindruck, dass SAMAEL ihren Stil gefunden haben und sich in den langweiligen Hafen der Gefälligkeit begeben werden. „Above“ ist der erhobene (erhabene?) Mittelfinger gegen diese Annahme. Die majestätische Atmosphäre ist geblieben, die Handschrift von (neueren) SAMAEL unverkennbar, aber dieses Mal werden die Songs mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit runtergeholzt. Und das durch die gesamte Spielzeit hinweg. Verschnaufpausen gibt es so gut wie keine, lediglich der dynamische Abschlusstrack „On The Top Of It All“ durchbricht das Muster. Und das mag für viele der Knackpunkt des Materials sein: Die Eintönigkeit und Monodimensionalität, die man aber im Bandkontext auch als erfrischend werten könnte.

Eigentlich sollten diese Songs als Sideprojekt namens ABOVE erscheinen, aber zum Glück hat sich die Band dazu entschlossen, das Teil als SAMAEL-Album zu veröffentlichen. Denn „Above“ atmet trotz des Stilbruchs eindeutig den Spirit der Band und wirkt in der Diskografie höchstens aufgrund des konsequent durchgetretenen Gaspedals als Fremdkörper.

Ein sehr kurzweiliges Album mit grandiosen Songs („Polygames“, „Dark Side“, etc.), zwar ohne Langzeiteffekt, aber dafür mit Unterhaltungsgarantie. Und die fehlte den letzten SAMAEL-Alben definitiv.

7,5 | 10

SAMAEL – Above
Nuclear Blast
2009

01. Under One Flag [3:40]
02. Virtual War [4:03]
03. Polygames [3:55]
04. Earth Country [3:54]
05. Illumination [3:30]
06. Black Hole [3:35]
07. In There  [4:00]
08. Dark Side [2:56]
09. God’s Snake [4:06]
10. On The Top Of It All [4:46]

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